Goethe: Die Leiden des jungen Werthers
«Ein Mann und sein Kugelschreiber kämpfen gegen das Liebeselend.» So lautet der Untertitel der Erstausgabe von Goethes „Die Leiden des jungen Werthers“ aus dem Jahr 1783. Schon bei der zweiten Auflage wurde der Untertitel jedoch auf Rat des Verlegers Winckelmann entfernt, da er das Lesen des Buches eigentlich unnötig machte: Tatsächlich dreht sich dieses Jugenwerk Goethes um einen jungen Mann (Werther), der nichts anderes tut als herumzuliegen, zu heulen und schwülstige Briefe zu schreiben. Bei Partys steht er nur am Fenster ‘rum und klopft den Stock.
Weil Werther mit dieser Masche bei den Frauen keine Chance hat, tauscht er am Ende seinen Kuli doch noch gegen eine Knarre aus und versucht, sich zu erschiessen. Auch dies gelingt ihm aber nur mässig, weshalb er in unserer Erinnerung als ziemlich tragische Gestalt für immer fortlebt.

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