Frisch: Der Mensch erscheint im Holozän
Ganz frisch ist der Mensch fürwahr nicht mehr, den Frisch im Holozän erscheinen liess. Doch die Erdgeschichte lässt sich durch ein paar Jährchen nicht beeindrucken: Im Holozän leben wir seit eh und je und es wird für alle von uns nicht einfach, das nächste Erdzeitalter mitzuerleben. Wer Frisch’s Erzählung lesen will, braucht jedoch nicht ganz so viel Zeit: Auf gut 150 Seiten jagt der Autor seinen Helden, Herrn Geiser, durch den Plot, lässt ihn kunstvoll verfallen und dabei eine Katze braten. Damit hat Frisch nicht nur dem Begriff „In die Röhre gucken“ eine ganz neue Bedeutung verliehen, er hat es auch verstanden, das Verhältnis zwischen (übermächtiger) Natur und (gebrechlichem) Menschen eindrücklich darzustellen. Ein unvergänglicher Text über die Vergänglichkeit, möchte man meinen.

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