Cormac McCarthy: Die Strasse

„Ein Mann, sein Sohn und ein Einkaufswagen kämpfen gegen eine Welt aus Asche.“ So könnte der Untertitel dieses düsteren Reiseführers durch eine – aus nicht genannten Gründen – komplett in Asche gelegte Zukunft lauten. Vor dem Hintergrund der aktuellen Klimadebatte liegt es jedoch nahe, die Ursachen für den katastrophalen Zustand der Welt bei unserer „Zivilisation“ zu suchen, doch eigentlich ist das Wurst: Wenigstens der Einkaufswagen, rollendes Symbol unserer Konsumgesellschaft, hat überlebt – obwohl es längst nix mehr zu kaufen gibt: Die Ladenbesitzer sind tot, ihre Auslagen geplündert. Im Shopping-Wägelchen landet zusammengeklautes, gefundenes oder selbst gebasteltes Zeug, das das Überleben von Vater und Sohn für die nächsten paar Tage sicherstellen soll: Decken, alte Konservendosen und – natürlich: eine Knarre. Denn diese Apokalypse ist von Kannibalen besiedelt, die ihre eigenen Kinder grillieren und darum natürlich auch zu einem Vater-Sohn-Ragout nicht nein sagen würden. Ende gut, alles gut? Auf dieser Strasse sicher nicht. Und das ist gut so!

~ von doppelzunge am Juni 2, 2008.

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